Alltagshelfer*innen für die Kitas bis zum 31.7.2021 – Die zweite Welle rollt!

Fangen wir mit einer positiven, wenn auch schon seit einigen Wochen überfälligen Nachricht an. Schon Mitte September hatte NRW-Familienminister Stamp angekündigt, dass das Anfang August gestartete Programm für die Alltagshelfer*innen in Kitas in 2021 fortgesetzt wird. In der letzten Woche ist dies jetzt offiziell geworden. Das Programm wird bis zum Ende des laufenden Kindergartenjahres (31.7.2020) fortgeführt (Westdeutsche Allgemeine Zeitung [WAZ] 7.11.2020, Seite 1).

Personalnöte in den Kitas
Bisher nutzen 7.800 der gut 10.000 Kitas in NRW dieses Programm (ebd.), über das Hilfskräfte eingestellt werden können, um die Fachkräfte bei der Umsetzung der Hygienemaßnahmen in der Einrichtung zu unterstützen. Wir haben schon öfter über dieses Programm berichtet: Zuschusshöhe und Umfang (Blog vom 18.7.2020) und dessen Umsetzung (Blog vom 25.8.2020). Gute Erfahrungen mit den Alltagshelfer*innen konnten die Kitas vor allem dann machen, wenn sie diese in ihrem Umfeld (z.B. Hauswirtschafterin, Elternteil etc.) gewinnen konnten. Auch mit jungen Menschen, die sich in einer pädagogischen Ausbildung befinden und beispielsweise aufgrund der Coronasituation ihren Minjob in der Gastronomie verloren hatten, wurden in den letzten Monaten gute Erfahrungen gemacht. Wie dringend nötig dieses Programm ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass im Oktober in NRW fast 200 Kitas die Betreuungszeiten aus Personalnot einschränken mussten (WAZ 7.11.2020, Rhein-Ruhr). „Nach Angaben der Freien Wohlfahrt NRW fehlen derzeit fünf bis acht Prozent der Beschäftigten." (ebd.) Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Coronainfektionen, der in der kälteren Jahreszeit in der Regel zunehmenden Erkältungs- und Grippeerkrankungen sowie der durch die Schutz- und Hygienemaßnahmen höheren Arbeitsbelastung muss man davon ausgehen, dass sich die Personalsituation in vielen Kitas verschärfen wird.

23.319 neue Coronafälle am 7.11.2020 und Auswirkungen auf die Kitas
Es ist aktuell nicht abzusehen, wie sich die Fallzahlen in den nächsten ein, zwei Wochen entwickeln werden. Die täglichen Zuwachsraten lagen in der letzten Woche zwischen 1.500 und knapp 3.000 täglich. Sie müssten in absehbarer Zeit wieder abnehmen, wenn der aktuelle Lockdown light (Blog vom 1.11.2020) auf den November – wie bisher von der Politik vorgegeben – beschränkt bleiben soll. Die Ausweitung der Coronainfektionen macht sich auch in den Kitas bemerkbar. Die Zahl der Kitas, die im Oktober aufgrund von Infektionen ganz oder teilweise schließen mussten, hat sich mit 358 gegenüber dem September ungefähr verdreifacht (WAZ 6.11.2020, Rhein-Ruhr). Kinder und Fachkräfte werden entweder gruppen- oder einrichtungsweise für zwei Wochen in Quarantäne geschickt, wenn in der Kita bei einem Kind und/oder einer Fachkraft eine Coronainfektion festgestellt wird. Bei den rund 10.500 Kitas, die in NRW betrieben werden, waren etwas mehr als drei Prozent der Einrichtungen betroffen. Das ist nicht wenig. Aber der allergrößte Teil der Kinder kann weiter die Kita besuchen. Insofern scheint das Konzept der Landesregierung, den Besuch von Kitas und Schulen weiter zu ermöglichen, erst einmal aufzugehen. Eine Garantie, ob das in ein oder zwei Wochen auch noch so ist, ist das allerdings nicht. Da infizierte Kinder oft (weitgehend) symptomfrei  sind und es keine flächendeckenden Tests gibt, kann die Zahl der infizierten Kinder wesesentlich höher sein, als die Testergebnisse nahelegen. Und Kinder können natürlich auch Familienmitglieder und andere Personen aus ihrem Umfeld anstecken. Für den Fall, dass der uneingeschränkte Regelbetrieb wider alle Anstrengungen doch nicht aufrechterhalten werden kann, bedürfte es spätestens jetzt der Entwicklung eines Plan B. Dafür, dass eine solche Diskussion geführt wird, gibt es keine Anzeichen.


Themen: Berichte aus der Praxis, Neues aus der Kita-Szene

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Michael Schrader

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