Wir sind noch nicht durch! Die Lage bleibt unübersichtlich!

„Ein Kind, das an Corona erkrankt ist – und fast 100 Kinder, die in Quarantäne müssen: Die Kita St. Johanna in der Brenscheder Straße in Bochum-Wiemelhausen ist derzeit geschlossen. Komplett! Alle Mädchen und Jungen, die die Kita besuchen, müssen noch bis zum kommenden Donnerstag, 16. September in Isolation bleiben. Der Grund: Weil seit dem 7. Juni wieder Regelbetrieb herrscht, schreibt das Land NRW keine strikte Gruppentrennung mehr vor. Das sorgt für Unverständnis bei den Eltern.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung {WAZ] 11.09.2021, Lokalteil Bochum)

„Ein Kind, das an Corona erkrankt ist – und fast 100 Kinder, die in Quarantäne müssen: Die Kita St. Johanna in der Brenscheder Straße in Bochum-Wiemelhausen ist derzeit geschlossen. Komplett! Alle Mädchen und Jungen, die die Kita besuchen, müssen noch bis zum kommenden Donnerstag, 16. September  in Isolation bleiben. Der Grund: Weil seit dem 7. Juni wieder Regelbetrieb herrscht, schreibt das Land NRW keine strikte Gruppentrennung mehr vor. Das sorgt für Unverständnis bei den Eltern.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung {WAZ] 11.09.2021, Lokalteil Bochum)
Damit lässt sich an unserem letzten Blog vom 31.5.2021: „Schritte in Richtung Normalität: Präsenzunterricht in den Schulen ab 31. Mai und Normalbetreuung in den Kitas ab 7. Juni“ anknüpfen. Gut dreieinhalb Monate sind seitdem vergangen. Die Kinder, Schüler*innen hatten wieder mehr Normalität und das ist/war auch gut so. Die Impfquote (vollständig geimpfte Menschen) in die Deutschland liegt mittlerweile in Deutschland bei 62,1 Prozent (ourworldindata). Das ist noch nicht genug  - leider! Aber: Auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren können sich seit einigen Wochen impfen lassen und das Unternehmen Biontech beantragt die Zulassung eines Impfstoffes für Fünfjährige (WAZ 11.09.2021).

Zuspitzung 1
Gleichzeitig ist die 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen wieder deutlich  angestiegen. Sie liegt aktuell (Freitag 10.9.2021) bundesweit bei 83,8 (Robert-Koch-Institut {RKI]), in den einzelnen Bundesländern zwischen  25,7 in Sachsen-Anhalt und Bremen mit 124,4, in NRW 106,9 (ebd.). In Wuppertal lag sie am 12.9. bei 218,3 (wdr). Die Anstiege stehen im Zusammenhang mit dem Ende der Schulferien, den Reiserückkehrer*innen und ansteckenderen Virusvarianten. Man kann nicht ausschließen, dass – so wie im Vorjahr – im Herbst die Infektionszahlen nochmal deutlich ansteigen (vierte Welle). Aktuell: Die 7-Tage-Inzidenz in NRW ist vom vorletzen Sonntag (5.9.) zu gestern (12.9.), also innerhalb einer Woche, leicht gefallen: von 114,9 auf 100,8. Ob sich dieser Trend fortsetzt, kann nicht vorhergesagt werden. Es macht aber Sinn, dafür eines zu tun (siehe unten: Abwägung). Und: Mittlerweile gibt es die ersten Angebote für die Drittimpfung von vor allem älteren Menschen, deren Erst- bzw. Zeitimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt, da die Risiken einer erneuten Ansteckung (Impfdurchbruch) zunehmen.

Zuspitzung 2
Gleichzeitig differenzieren sich die Inzidenzzahlen und die Krankheitsverläufe nach `geimpft´ und `ungeimpft´. „Corona trifft derzeit besonders die Grundschüler. Vor allem bei den Fünf- bis Neunjährigen befinden sich zahlreiche Kinder in Quarantäne Quaräne. Der Inzidenzwert (in Bochum) stieg hier auf weit über 500“ (WAZ 10.09.2021, Lokalteil Bochum). NRW-weit lagen die Inzidenzen am letzten Mittwoch (8.9.2021) bei den 10- bis 14-Jährigen bei 325,9 den 5- bis 9-Jährigen bei 286,6 und bei den 15- bis 19-Jährigen bei 221,9 (WAZ 9.9.2021, Seite 2). Und: „86 Prozent der Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen in den NRW-Kliniken seien nicht geimpft.“  (WAZ 4.9.2021) Weiter: Die Zahl der Menschen, die wegen Covod-19 wieder auf den Intensivstationen landen, nimmt wieder deutlich zu und liegt „erstmals seit Langem wieder über der 1000er-Marke“. Sie hat sich innerhalb des Monats August nahezu verdreifacht. (WAZ 31.08.2021)

Mögliche Zuspitzung 3 in NRW
Und was macht NRW? Es geht weit über die Bund-Länder-Vereinbarung der Gesundheitsminister hinaus, „dass künftig möglichst wenig Kinder und Jugendliche in die Isolation gehen sollen.“ Diese hatten sich darauf verständigt, nicht mehr die ganze Klasse, sondern nur noch die Sitznachbarn eines infizierten in Quarantäne zu schicken. NRW aber will in Kizas und Schulen „nur noch die infizierten Kinder in Quarantäne schicken. Ein neuer Erlass soll in dieser Woche veröffentlicht werden.“ (WAZ 9.9.2021) Dazu: „Lockerungsübungen und Sonderwege aber sind angesichts der vieren Infektionswelle, die sich aufbaut, unangemessen.“ (Kommentar Matthias Korfmann zu Quarantäne an Schulen und in Kitas, ebd.)

Abwägung
„Mit Stand 31. August meldet das NRW-Familienministerium für den zurückliegenden Monat 514-Corona-Infektionen unter Kita-Kindern. Eine Woche zuvor lag die Gesamtzahl der August-Infektionen unter Kita-Kindern noch bei 226. Stark gestiegen sind auch die Fälle unter den Kita-Beschäftigten, wie aus den Ministeriumszahlen hervorgeht: Waren seit Start des neuen Kitas-Jahres und bis zum 24. August noch 90 Infektionen beim Personal gemeldet worden, liegen den Landesjugendämtern zum Stichtag 31. August bereits 215 Meldungen vor.“ (WAZ 3.9.2021) Das heißt von ca. 10.000 Kitas in NRW sind, je nachdem auf wie viele Kitas sich die 524 Coronainfektionen, vermutlich 3 bis maximal 5 Prozent der Kitas betroffen. Es ist zu befürchten, dass die Infektionen und damit die Anzahl der betroffenen Kitas noch zunehmen werden. Auch wenn die Coronainfektionen bei den meisten Kindern `glimpflich´ verlaufen, gibt es vereinzelt auch schwere Krankheitsverläufe, Krankenhausaufenthalte und vereinzelt auch Todesfälle (WAZ 2.9.2021). Belastbare wissenschaftliche Studien liegen hierzu leider noch nicht vor. Insofern sollte, bis die Impfstoffe für alle Altersgruppen der Kinder vorliegen, mit den Infektionsrisiken nicht fahrlässig umgegangen werden. Dies scheint mir aber bei der oben dargestellten Vorgabe der NRW-Landesregierung, nur noch infizierte Kinder in Quarantäne zu schicken, der Fall zu sein. Mit Blick auf eine möglichst umfassende und infektionsrisikoarme Präsenz von Kindern in den Kitas (und den Schulen) sollten Gruppen bis auf weiteres getrennt bleiben (keine offene oder teiloffene Arbeit) und weiterhin konsequent Schutzmaßnahmen in den Kitas umgesetzt werden. Auf diesem Hintergrund ist es auch als fahrlässig zu bezeichnen, dass das Programm für die Alltagshelfer*innen in den Kita nicht im neunen Kindergartenjahr fortgesetzt worden ist. Corona hat die personellen Engpässe in die Kitas und die unzureichenden Personalschlüssel nochmal sehr deutlich gemacht. Trotzdem wird es in der Mehrzahl der Kitas vermutlich im Herbst und Winter bei der weitgehenden Rückkehr zur `Normalität´bleiben, wie Alexandra Knoch das in Ihrer "Momentaufnahme" für die Kita am Wald dargestellt hat. Und wir sollten alles dafür tun, dass das für möglichst viele Kitas möglich ist.


Themen: Berichte aus der Praxis, Neues aus der Kita-Szene

Kontakt

Michael Schrader

pragma GmbH

Schwerinstr. 44
44805 Bochum

Tel. 0234/8909083
Fax 0234/8909085

E-Mail: info@pragma-pim.de

Aktuelles

Ein Tag im Wald - eine spannende Idee (Teil 1)

Gastbeitrag Alexandra Knoch

Die Kita am Wald e.V. liegt -der Name sagt es bereits- an einem Waldstück inmitten Castrop-Rauxels im Ruhrgebiet. Der...

Endlich wieder ein Präsenzelternabend

Gastbeitrag Alexandra Knoch

Vollständig geimpft, einer Wocheninzidenz von knapp 35 im nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel (38. Woche 2021) und...

Wir sind noch nicht durch! Die Lage bleibt unübersichtlich!

„Ein Kind, das an Corona erkrankt ist – und fast 100 Kinder, die in Quarantäne müssen: Die Kita St. Johanna in der Brenscheder Straße in...

Anmeldung

Geben Sie Benutzername und Passwort ein um sich an anzumelden:
Login

Passwort vergessen?