Die Lage ist und bleibt unübersichtlich…

In der letzten Woche stand in Sachen Corona die Infektion von mehr als 1.500 Mitarbeitern des größten Fleischproduzenten Deutschlands (Firma Tönnies in Gütersloh), der deswegen erneuerte Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf sowie bundes- und europaweite Reaktionen darauf, z.B. Urlaubs- und Einreiseverbote für Menschen, die in der betroffenen Region leben, im Mittelpunkt des medialen Interesses. Das wird sich vermutlich in dieser Woche noch fortsetzen. Im Zentrum des Interesses steht aktuell die Ausbreitung des Virus über die Beschäftigten der Firma Tönnies hinaus. Demgegenüber ist die Situation in den Kitas deutlich in den Hintergrund getreten. Die Wiedereinstieg in die eingeschränkte Regelbetreuung findet überwiegend Zustimmung. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet im Bochumer Lokalteil am 26. Juni 2020 allerdings über die Verärgerung in einer Evangelischen Kita: „Wut in den Kitas: Schutzmasken nicht brauchbar.“ Die vom NRW Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) zur Verfügung gestellten Masken sind „nicht zu gebrauchen.“

Jonathan und Corona

Im Mittelpunkt dieses Blogbeitrags steht Jonathan (aus Gründen der Anonymität haben wir den Namen geändert), ein 19-jähriger autistischer junger Mann. Der Beitrag stammt von einer Künstlerin, nennen wir sie V. Schnabel, die seit mehr als zwei Jahrzehnten künstlerische Angebote für schwerstbehinderte Menschen macht und ihnen dadurch zu Erfahrungen verhilft, die sie sonst in ihrem Alltag, der überwiegend in Pflegeeinrichtungen stattfindet, nicht machen würden. Die wöchentlichen gemeinsamen künstlerischen Aktivitäten mit Verena haben in Jonathans Leben eine ganz hohe Bedeutung. Und dann kommt Corona und nimmt ihm das, ohne dass er verstehen kann, warum…

Traumhafte Arbeitsbedingungen in der Krisenzeit

Viele Kinder in dem Wilhelmshavener Christuskindergarten profitieren – Forderung nach kleineren Gruppen
Dieser Blog ist ein Gastbeitrag von Annette Kellin aus dem Newsletter der Ev.-Luth. Kirche Oldenburg vom Juni diesen Jahres.

Die letzte Woche in NRW Wo stehen wir? Was läuft gut? Wo gibt es Probleme?

Der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas in NRW geht heute (22.6.) in die dritte Woche, die Wiederöffnung der Grundschulen in die zweite. Und es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, ob diese von vielen Menschen, Kleinen und Großen, erhofften und herbeigesehnten Schritte in Richtung Normalität dauerhaft Bestand haben. Lokal musste die Wiedereröffnung mehrerer Kitas (z.B. in Duisburg, Witten, Bochum – siehe Westdeutsche Allgemeine [WAZ} Zeitung vom 9. Juni und 12. Juni 2020) auch Grundschulen (z.B. drei in Bochum, insgesamt sechs im Regierungsbezirk Arnsberg, WAZ vom 18. Juni 2020) aufgrund von Infektionen wieder zurückgenommen werden. Das spricht aber eher für die Sorgfalt lokaler Kontrolle und Schutzmaßnahmen und zu diesem Zeitpunkt nicht grundsätzlich gegen die Wiederaufnahme kitabezogener und schulischer Betreuung. Im Folgenden einige aktuelle Infos:

Aufruf! Haben Sie genügend Personal? Unterstützung einfordern!

Heute beginnt in NRW die zweite Woche, in der wieder alle Kinder in die Betreuung dürfen. Die Öffnungszeiten sind seit dem 8.6. um 10h die Woche reduziert und die Notbetreuung, die ja auch an Wocheneden stattfinden konnte, ist beendet. Die reduzierten Öffnungszeiten schaffen vor allem für viele Alleinerziehende kaum lösbare Betreuungsprobleme – besonders wenn sie in den sogenannten kritischen Berufen tätig sind und auch am Wochenende Dienst tun müssen (Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 5.Juni 2020).

Kita am Wald (Castrop-Rauxel): Elternarbeit während der Coronakrise

Dies ist der dritte Blogbeitrag von Alexandra Knoch, Fachkraft in der Kita am Wald in Castrop-Rauxel, einer dreigruppigen Elterninitiative, u.a. mit dem fachlichen Schwerpunkt tiergestützte Pädagogik. Heute gibt Alexandra Knoch uns Einblick in die Elternarbeit in Zeiten von Corona und wie es gelungen ist, im engen Kontakt und Austausch mit den Eltern zu bleiben sowie diese in ihrer Rolle als häusliche `Kinderganztagsbetreuer*innen´ zu unterstützen. Dabei wird auch deutlich, dass sich in einer Elterninitiative durch die Doppelrolle der Eltern als Arbeitgeber UND Erziehungspartner sowie die räumlich Nähe aller Beteiligten im Ortsteil Rauxel weitergehende Anforderungen an die und Möglichkeiten der Zusammenarbeit entwickeln lassen als in sogenannten `normalen´ Einrichtungen.

Kindsein in Zeiten von Corona – Untersuchung Deutsches Jugendinstitut (DJI)

Kein gutes Feedback zu den Aktivitäten der Mehrzahl der Kitas und Schulen
„Mehr als jedes vierte Kind erlebt aber in dieser Situation nach Einschätzung der Eltern auch Gefühle der Einsamkeit. Die Kindertageseinrichtungen und Schulen tragen während dieser Ausnahmesituation nur wenig zu einer Milderung bei, denn der Kontakt zu den Erzieher/innen und Lehrkräften bricht in vielen Fällen ein. Dies betrifft vor allem Kindergarten- und auch Grundschulkinder, die viel mehr auf direkte Nähe und auf einen greifbaren Austausch und gemeinsames spiel angewiesen sind. Mit zunehmendem Alter wird der Kontakt zu den Lehrkräften stärker über E-Mails aufrechterhalten: So werden zum Beispiel schulische Aufgaben per E-Mail vermittelt, die Betreuung der Aufgaben obliegt dann aber wieder den oft schon überlasteten Eltern.“ (Seite 25 – Den vollständigen Bericht können Sie am Ende des Blogs downloaden.)

Die Hiltruper Strolche: Interessensgegensätze, Wiedereinstieg in die Normalität und einige grundsätzliche Anmerkungen

2. Blogeintrag
Dies ist der zweite Blogeintrag der Hiltruper Strolche, eine dreigruppige Elterninitiative aus Münster mit 55 Plätzen für Kinder von 1 Jahr bis zur Einschulung. Die Leitung Kirsten Bücker-Enking lässt uns wieder an ihren Überlegungen zum Umgang mit der Coronakrise in ihrer Kita und vor allem zum Wiedereinstieg in die eingeschränkte Regelbetreuung teilhaben. Sie spricht Konflikte und unterschiedliche Interessen von Eltern und Teammitgliedern an. Und Sie hebt uns Bewusstsein, dass mögliche Personalengpässe in den nächsten Wochen ursächlich der Tatsache geschuldet sind, dass die Politik zwar seit Jahren von der nötigen Qualität in im Elementarbereich spricht, aber es nicht hinkriegt die Voraussetzung dafür, nämlich angemessene Personalschlüssel verbindlich zu machen

Kita Querbach in Kehl am Rhein Montessori-Pädagogik in Zeiten von Corona

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ (Afrikanisches Sprichwort)
In Baden-Württemberg dürfen aktuell wieder 50 Prozent aller Kinder in die Notbetreuung. Das heißt – z.B. im Vergleich zu NRW, wo ab dem kommenden Montag (8.6.) wieder alle Kinder in die Betreuung kommen -, dass weiterhin die Hälfte aller Kinder zuhause betreut wird. Die Stadt Kehl kündigt dies auf Ihrer Website folgendermaßen an: „50 Prozent der Kita-Kinder im Stadtgebiet können wieder in ihre Betreuungseinrichtungen zurückkehren. Der städtische Fachbereich Bildung, Soziales und Kultur hatte die Notbetreuungsplätze nach der Ankündigung des Kultusministeriums schrittweise auf dieses Niveau erweitert…

Einige aktuelle Eindrücke, Hinweise und Überlegungen zur Ausweitung der Kita-Betreuung in NRW (und anderswo)

Corona ist den Medien nicht weg; aber seit einen guten Woche schaffen es auch andere Themen an die erste Stelle. Gleichzeitig haben sich die Akzente und Perspektiven in der Corona-Berichterstattung deutlich verschoben und gleichzeitig differenziert. Wo kann der Sommerurlaub stattfinden? – Ausland, Deutschland, zu Hause! Wie kann die Konjunktur angekurbelt werden? – Kaufbonus für die Familien, Autoprämie auch für Verbrenner, Abbau kommunaler Schulden, kein Abstandsgebot in Flugzeugen! Wie normalisieren sich Sport und Kultur? – Geisterspiele im Fußball, Ausweitung des Amateursports, Theater- und Kinobesuche mit Einschränkungen, weiter keine Großveranstaltungen (über 100 Teilnehmer*innen)!