Noch mal zum Kibiz – und drumherum!

Nach der Anhörung im Familienausschuss des Landtags NWR fand auf Initiative des Kita Bündnis NRW am 29.4.im DGB-Haus noch eine Expert*innenanhörung zur Kibiznovelle statt, an der auch fachpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen teilnahmen. „Das Kita-Bündnis NRW fordert von der Landesregierung: ein klares Bekenntnis zur ganzheitlichen Bildung in der Kita, eine auskömmliche Finanzierung und einen spürbaren Bürokratieabbau, verbindliche Rahmenbedingungen für Inklusion und eine Verzicht auf ABC-Klassen zugunsten einer Stärkung der Kitas.“ (Pressemitteilung vom 30.04.2026)

„NRW zieht die Notbremse beim Kinderbildungsgesetz“

So steht es heute – am 16.04.2026 – in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Verena Schäffer (Grüne), die neue NRW-Familienministerin steht für eine deutliche „Kurskorrektur: Der von den Experten verrissene Entwurf für ein neuen Kinderbildungsgesetz wird deutlich überarbeitet.“ Am kommenden Donnerstag, den 23.4., findet ein Expert*innenanhörung im Landtag statt.

Die Personalausstattungsquote in KiTas – Handlungsbedarf

Anfang 2026 erschien die Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung: „Personalausstattung in KiTas. Ein Indikator zur Messung der Personalausstattung auf Einrichtungsebene“. Mit Blick darauf, dass dass ein „zentraler Faktor“ für `gute Arbeit´ in der Kita – oder anders formuliert der „pädagogischen Prozessqualität, die sich in angemessenen Interaktions- und Kommunikationsprozessen in der pädagogischen Praxis manifestiert ( –) … quantitativ ausreichende Personalressourcen sind“ (Seite 5), wird ein Konzept zur Berechnung des erforderlichen Personalumfangs vorgestellt, dass „eine bedarfsorientierte Personal- und Ressourcensteuerung“ (Seite 6) ermöglichen würde.

Zunahme der Gewalt in NRW-Kitas – Kibiz-Reform

Die aktuelle Lage in den Kitas scheint sich weiter zu verschärfen. „Die Zahl gemeldeter Gewaltvorfälle in Kindertagesstätten in NRW ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast 80 Prozent gestiegen.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) 3.2.2026) – „Trotz des steilen Anstiegs von gemeldeten Gewaltvorfällen in den nordrheinwestfälischen Kindertageseinrichtungen will die neue Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) an der umstrittenen Absenkung von Personalstandards festhalten.“ (WAZ 6.2.2026)

Teamarbeit in KiTas: Zentral für Schutz und Wohlbefinden von Kindern

Ende des Jahres 2025 veröffentlichte die BertelsmannStiftung eine Studie zum Zusammenhang pädagogischen Fehlverhalten und der Qualität der Zusammenarbeit im Team. Es wurden über 20 tausend Fachkräfte online befragt zum Thema „Psychosoziale Belastung und Kinderschutz in der Kita“. Die Auswertung ergibt einen „dringenden Handlungsbedarf“. – „Nur weniger als die Hälfte der Befragten (40,2%) gibt an, in der eigenen Einrichtung nie oder fast nie Interaktionen mitzuerleben, in denen Kinder in ihren Augen geschützt werden müss(t)en.“ (Abb. 1, Seite 12)

Qualitätsmanagement – nicht nur Theorie

Seit 2008 arbeitet die pragma gmbh mit den 12 Kindertagesstätten der Stadt Willich zusammen. 2009 wurde das QM-Handbuch fertiggestellt und im Frühjahr 2010 die 1. Bewertung der städtischen Einrichtungen durchgeführt – erstmalig mit Hilfe der webbasierten Datenbank. Der damalige Leiter des „Betriebs für Kindertagesbetreuung“ Michael Süßbeck hatte die Möglichkeit der Online-Bewertung angeregt.

BASISQUALITÄT und KRISENSZENARIEN: Das Beste aus einer schlechten Situation machen!?!

Beitrag Michael Schrader
Unter schlechten Rahmenbedingungen (unzureichende Personalschlüssel, viele Familien mit Unterstützungsbedarf, viele Migrationskinder etc.) und in Notsituationen (Personalausfälle durch Krankheit, unbesetzte Stellen, Notbetreuung etc.) besteht immer das Risiko, dass die Stimmung bei einzelnen Mitarbeiter*innen und im gesamten Team „in den Keller geht“. Offensichtlich ist dann wenig mehr als die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht möglich und es gerät aus dem Blick, was vorbeugend bzw. vorbereitend hätte getan werden können und was kompetente und engagierte Fachkräfte und Leitung, gut aufgestellte und vom Träger unterstütze und begleitete Teams auch in angespannten, schwierigen und überfordernden Situationen an Basisqualität absichern und welche Krisenszenarien sie umsetzen können.

Es hätte (noch) schlimmer kommen können…

Beitrag Michael Schrader
NRW gibt 2024 mehr als 5 Milliarden aus für die frühkindliche Bildung. Das Sprach-Kita-Programm (38 Mio. € pro Jahr) wird verstetigt bis zum Ende der Legislaturperiode (2027); ebenso das Kita-Helfer*innen-Programm (140 Mio. € pro Jahr). Und: Kurzfristig und einmalig wird eine Überbrückungshilfe – mit Blick auf die Tarifsteigerungen und die Energiepreise – von 100 Mio. € bereitgestellt.

Was ist Politik? Gestaltung der Zukunft oder Mängelverwaltung

Beitrag Michael Schrader
Die schwarz-grüne Landesregierung ist jetzt seit einem Jahr im Amt. CDU und Grüne versprachen eine Zukunftsoffensive für NRW. Schauen wir uns das nach einem Jahr anhand des Themas Bildung genauer an: „Bildung in Kindertagesstätten und Schulen sind ein großer Schwerpunkt der Landesregierung. Nur dieses Ressort müsse sich an den allgemein notwendigen Einsparungen nicht beteiligen, hob Wüst (CDU, Ministerpräsident) hervor. Es sei völlig unstreitig in der Koalition, ´dass die Kleinsten die größte Rolle spielen´, betonte Neubaur (Grüne, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie).“ (Westdeutsche Allgemeine (WAZ) Zeitung 25.6.2023)

Programme, Marathon und Maßnahmen, Doppelwumms

Beitrag Michael Schrader
Das Thema Bildung(skatastrophe) ist aufgelegt – sowohl für Kitas (= Elementarbildung) und die Schulen. Das erkennt man unter anderem daran, dass die Medien dem immer mehr Raum geben. So wurden beispielweise in der Zeit vom 5. Januar bis zum 9. Februar 2023 in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) insgesamt (inklusive Lokaltteil Bochum) 24 Artikel/Berichte/Kommentare hierzu publiziert – mit unterschiedlichen Zugängen, einem breiten Themenspektrum und einer Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen. Eine Übersicht über diese Veröffentlichungen finden Sie am Ende dieses Blogs. Im Folgenden der Versuch, etwas Ordnung und Systematik in dieses für die Zukunft der heranwachsenden Generation und auch für die unserer Gesellschaft zentralen Handlungsfeld zu bringen.