„NRW zieht die Notbremse beim Kinderbildungsgesetz“

So steht es heute – am 16.04.2026 – in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Verena Schäffer (Grüne), die neue NRW-Familienministerin steht für eine deutliche „Kurskorrektur: Der von den Experten verrissene Entwurf für ein neuen Kinderbildungsgesetz wird deutlich überarbeitet.“ Am kommenden Donnerstag, den 23.4., findet ein Expert*innenanhörung im Landtag statt.

Die Personalausstattungsquote in KiTas – Handlungsbedarf

Anfang 2026 erschien die Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung: „Personalausstattung in KiTas. Ein Indikator zur Messung der Personalausstattung auf Einrichtungsebene“. Mit Blick darauf, dass dass ein „zentraler Faktor“ für `gute Arbeit´ in der Kita – oder anders formuliert der „pädagogischen Prozessqualität, die sich in angemessenen Interaktions- und Kommunikationsprozessen in der pädagogischen Praxis manifestiert ( –) … quantitativ ausreichende Personalressourcen sind“ (Seite 5), wird ein Konzept zur Berechnung des erforderlichen Personalumfangs vorgestellt, dass „eine bedarfsorientierte Personal- und Ressourcensteuerung“ (Seite 6) ermöglichen würde.

Zunahme der Gewalt in NRW-Kitas – Kibiz-Reform

Die aktuelle Lage in den Kitas scheint sich weiter zu verschärfen. „Die Zahl gemeldeter Gewaltvorfälle in Kindertagesstätten in NRW ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast 80 Prozent gestiegen.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) 3.2.2026) – „Trotz des steilen Anstiegs von gemeldeten Gewaltvorfällen in den nordrheinwestfälischen Kindertageseinrichtungen will die neue Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) an der umstrittenen Absenkung von Personalstandards festhalten.“ (WAZ 6.2.2026)

Teamarbeit in KiTas: Zentral für Schutz und Wohlbefinden von Kindern

Ende des Jahres 2025 veröffentlichte die BertelsmannStiftung eine Studie zum Zusammenhang pädagogischen Fehlverhalten und der Qualität der Zusammenarbeit im Team. Es wurden über 20 tausend Fachkräfte online befragt zum Thema „Psychosoziale Belastung und Kinderschutz in der Kita“. Die Auswertung ergibt einen „dringenden Handlungsbedarf“. – „Nur weniger als die Hälfte der Befragten (40,2%) gibt an, in der eigenen Einrichtung nie oder fast nie Interaktionen mitzuerleben, in denen Kinder in ihren Augen geschützt werden müss(t)en.“ (Abb. 1, Seite 12)

Gemeinsam Qualität entwickeln – pragma in Bewegung

Vier Menschen in einem kleinen Bagger – das ist mehr als ein lustiges Bild. Es ist eine Szene, die uns, als wir uns vor einigen Wochen getroffen haben, auf wunderbare Weise beschreibt: Auf kleinem Raum gemeinsam unterwegs, konzentriert, verbunden, handlungsbereit. Wer mit Kindern arbeitet, weiß: Der Bagger ist nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern Ausdruck von Neugier, Tatendrang und Kraft. Genauso fühlen wir uns bei pragma – im Moment des Übergangs.

BASISQUALITÄT und KRISENSZENARIEN: Das Beste aus einer schlechten Situation machen!?!

Beitrag Michael Schrader
Unter schlechten Rahmenbedingungen (unzureichende Personalschlüssel, viele Familien mit Unterstützungsbedarf, viele Migrationskinder etc.) und in Notsituationen (Personalausfälle durch Krankheit, unbesetzte Stellen, Notbetreuung etc.) besteht immer das Risiko, dass die Stimmung bei einzelnen Mitarbeiter*innen und im gesamten Team „in den Keller geht“. Offensichtlich ist dann wenig mehr als die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht möglich und es gerät aus dem Blick, was vorbeugend bzw. vorbereitend hätte getan werden können und was kompetente und engagierte Fachkräfte und Leitung, gut aufgestellte und vom Träger unterstütze und begleitete Teams auch in angespannten, schwierigen und überfordernden Situationen an Basisqualität absichern und welche Krisenszenarien sie umsetzen können.

Petition: Fachkräftemangel in den Kindertageseinrichtungen zur Chefsache machen!

change.org hat eine Petition zum Fachkräftemangel in den Kitas auf den Weg gebracht. Bisher haben diese Petition schon mehr als 35.000 Menschen gezeichnet. Die Petition wendet sich an den Bundeskanzler Scholz, Familienministerin Paus und die Ministerpräsident*innen der Länder und macht deutlich. dass der Bund und die Länder in der Verantwortung sind, sich auf ein Konzept und dessen Finanzierung zu verständigen, um die strukturellen Probleme in der Elementarbildung: fehlende Plätze, Fachkräftemangel, unzureichende Personalschlüssel etc. wirklich ziel- und lösungsorientiert anzugehen…

Zwei gute Nachrichten: Sprach-Kitas und Alltagshelfer*innen werden fortgesetzt – Trotzdem Verschärfung der Krisenlage!

Beitrag Michael Schrader
„Bund zahlt für `Sprach-Kitas´ bis Sommer 23 weiter“ (Titel – WAZ 10.11.2022 Überschrift) „NRW-Familienministerin Josefine Paul (Grüne) begrüßt die Einigung zur weiteren Finanzierung der Sprach-Kitas durch den Bund. Vom 1. Januar bis zum Sommer 2023 werde der Bund das Programm, mit dem zusätzliches Personal zur Sprachentwicklung bereitgestellt wird, weiter bezahlen, erklärte das Ministerium am Mittwoch. Danach werde NRW die Finanzierung übernehmen. Endlich gebe es Planungssicherheit für die engagierten Fachkräfte in den Kitas, sagte Paul. Ohne Einigung wäre das Programm Ende 2022 ausgelaufen. Sprache ist ein zentraler Schlüssel für Teilhabe, so Paul. In NRW gibt es etwas 1.400 Sprach-Kitas.“ (Ebda.)

Können wir uns das leisten? Die Krise im Elementarbereich verschärft sich!

Beitrag Michael Schrader
„Laut Studie (der Bertelsmann-Stiftung) fehlen 2023 in NRW rund 102.000 Kitaplätze, womit im bevölkerungsreichsten Bundesland der deutschlandweit größte Mangel herrsche. Bundesweit fehlen in Deutschland rund 384.000 Plätze. Um die Nachfrage nach Kitaplätzen zu decken, müssten in NRW zusätzlich 24.000 Fachkräfte eingestellt werden, sagen die Autoren des `Ländermonitors Frühkindliche Bildung´. Die zusätzlichen Personalkosten beliefen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro jährlich.“ (WAZ 21.10.2022)

Eingewöhnung aus der Perspektive eines Großvaters

Gastbeitrag: Klaus Agarius
Obwohl ich Ü60 bin, interessiere ich mich seit einiger Zeit für die Situation der Kindertagesstätten – speziell in NRW. Es gibt dafür 2 Gründe: Meine beiden Enkelinnen, die einen großen Teil ihrer täglichen Zeit in Kitas verbringen. Die erste Enkelin in meiner Heimatstadt Gevelsberg ist 2½ Jahre alt, die zweite in Düsseldorf 2¼ Jahre. Neben inhaltlichen Gemeinsamkeiten, z.B. bei der Eingewöhnung, gibt es aber auch große Unterschiede, wie z.B. in der Finanzierung: In Gevelsberg muss einkommensabhängig gelöhnt werden und es sind mehr als 450 € plus Kosten für Verpflegung im Monat, die da zusammen kommen und von den Eltern bezahlt werden müssen; in der Düsseldorfer Kita dagegen ohne Elterngebühren, lediglich die Verpflegungskosten müssen entgeltet werden.