NRW Familienminister Stamp kündigt Personalgewinnungsprogramm an

In dieser Woche hatte ich Gelegenheit mit Blick auf die eingeschränkte Regelbetreuung ab dem übernächsten Montag (8.6.) in NRW mit 6 Kita-Leitungen (Köln, Münster) über die personelle Situation der jeweiligen Einrichtung zu sprechen: Einrichtungen in der Größe von einer bis zu vier Gruppen, drei davon ausschließlich für die U3-Betreuung. Nur drei der Einrichtungen verfügen über ihr komplettes Personal. Die drei anderen Einrichtungen haben aus verschiedenen Gründen (Risikogruppe, Dauererkrankung, unbesetzte Stellen) Personaldefizite, sehen sich aber trotzdem personell in der Lage die Ausweitung der Betreuung sicherstellen zu können. Mich hat diese insgesamt positive Bilanz einerseits gefreut und andererseits überrascht, weil ich damit nicht gerechnet hatte. Meine „Umfrage“ ist natürlich alles andere als repräsentativ. Die sechs Beispiele könnten für einen positiven Trend stehen, aber genauso gut auch ein zufälliger Glückstreffer sein?!?

NRW startet mit den Kitas durch andere Bundesländer auch!

Ab dem 8. Juni dürfen alle Kinder wieder in die Kita: eingeschränkter Regelbetrieb. „Alle Kita-Kinder könn[t]en zunächst bis zum 31. August zu einem `reduzierten Stundenvolumen´ wieder in die Kitas. Das heißt, sie werden 15 bis 35 Stunden lang pro Woche betreut und nicht – wie früher – bis zu 45 Stunden. In Ausnahmefällen dürfen die Einrichtungen auch mehr oder weniger Stunden anbieten, je nach Personalsituation. Dies müsse mit den Behörden vor Ort geklärt werden, so die Landesregierung.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 22. Mai 2020, Seite 1) Diese doch sehr radikale Wende innerhalb von 10 Tagen begründet Familienminister Stamp “mit den sinkenden Infektionszahlen im Land: und er verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse aus Skandinavien, wo geöffnete Kindertagesstätten keineswegs zu mehr Ansteckungen geführt hätten.

Die Länder müssen liefern! – Dialog, Kooperation und kreative Konzepte sind gefordert!

Eltern vor Ort systematisch in die Gestaltung der nächsten Schritte einbinden!
In den Medien ist Corona weiterhin präsent, steht aber nicht mehr in der Ausschließlichkeit der letzten zwei Monate im Mittelpunkt. Und in dem Maße wie sich die – in vielen Punkten nachvollziehbar, in manchen nicht – Lockerungsmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden, wird die Lage komplexer und unübersichtlicher. Auch die Parteien ziehen nicht mehr an einem Strang, streiten im günstigsten Fall um die besten Lösungen oder begeben sich (vielfach wieder) auf das Niveau wechselseitiger `Schelte´. Insofern bewegen wir uns auch hier in Richtung Normalität. Vielleicht zu früh?!? Wir wissen nicht, wie sich die Pandemie weiterentwickelt und ob wir sie so gut `im Griff´ behalten werden, wie es aktuell scheint. Gleichzeitig haben wir für die Öffnung der Schulen und der Kitas bisher nur grobe Orientierungen (Rahmenpläne), deren Umsetzung selbst bei einem günstigen Verlauf der Pandemie in den nächsten Wochen nicht gewährleistet ist. Dies soll im Folgenden am Beispiel der Ausweitung der Kinderbetreuung in NRW verdeutlicht werden, kann aber von den Schlussfolgerungen her auf andere Bundesländer übertragen werden.

Wie erreichen wir die U3-Kinder zuhause? Eine Bestandsaufnahme und Einschätzung zu unseren Angeboten und Aktivitäten

2. Blogbeitrag Kita am Wald (Castrop-Rauxel)
Am 27.4. hat Alexandra Knoch uns ausführlich Einblick gegeben, „wie sich das Team in den letzten Wochen schrittweise und erfolgreich digitale Tools angeeignet hat und diese nun in der zur Kontaktaufnahme, Kommunikation und Unterstützung der Kinder zuhause sowie der Kommunikation mit den Eltern und auch im Team einsetzt.“ (Blog vom 27.4.) – In dem heutigen Beitrag geht es darum, die Angebote und Aktivitäten für die U3-Kinder und deren Eltern (Blogbeiträge, online Stuhlkreise, Vorlesedateien, Bastelangebote etc.) einer ersten Bewertung zu unterziehen. Was hat gut gepasst? Womit haben wie die Kleinen erreichen können? Was war weniger erfolgreich? Was sollten wir weglassen, was fortsetzen und weiterentwickeln? Etc.

Die Vorgaben des MKFFI NRW – Weichenstellungen für die nächsten Wochen

Die Fachempfehlungen 17 und 18 des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) NRW bestätigen die Berichterstattung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom 11.5.2020, auf die wir uns in unserem gestrigen Blog bezogen haben. Die WAZ war also gut informiert. Im Folgenden noch mal kurz zusammengefasst das Wesentliche, der Zugang zu den Dokumenten des Ministeriums sowie einige grundsätzlichere Überlegungen und Einschätzungen.

Drei weitere Schritte in NRW – Plan bis zu den Sommerferien

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet in Ihrer Wochenendausgabe vom 9./10. Mai 2020 unter der Überschrift „Abertausende Kinder unversorgt“ über die nächsten Schritte der Ausweitung der Kinderbetreuung in NRW. Familienminister Stamp wird mit der Aussage zitiert: „Wir müssen bei den Kleinen besonders behutsam vorgehen, weil sie das Abstandsgebot noch nicht einhalten können“. Der erste Schritt der Erweiterung der Notbetreuung soll in dieser Woche am Donnerstag (14.5.) starten. Da die Fachempfehlung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) hierzu am Wochenende noch nicht vorlag, werden die drei anstehenden Schritte anhand der Berichterstattung der WAZ im Folgenden kurz vorgestellt.

Unser Blog in kindergarten heute

Die neue Ausgabe von kindergarten heute (5/2020) beschäftigt sich natürlich auch mit der Coronakrise. Gabriele Haug-Schnabel gibt im Interview Hinweise „(Ü)ber mögliche Folgen der Corona-Krise für Kinder“ und wie die Fachkräfte damit umgehen können. Im Gespräch mit Jörg Maywald geht es um die zunehmenden Risiken der „Kindeswohlgefährung in der Corona-Krise“. Und: kindergarten heute verweist auf unseren Blog:

Erfahrungen mit Corona aus sechs Kölner Kitas – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Anfang Woche (4.5.) hatte ich im Qualitätszirkel (als Videokonferenz) mit sechs Kölner Kitas, die im Dachverband Kölner Kinder- und Elternselbsthilfe (KEKS) organisiert sind, Gelegenheit Einblick zu nehmen, wie diese sich in Coronazeiten organisiert haben. Der Austausch war sehr fruchtbar. Es wurde deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten und auch sehr große Unterschiede gibt. Zu den Gemeinsamkeiten gehört beispielsweise, dass alle sechs Kita sehr kontinuierlich und systematisch den Kontakt zu Kindern zuhause gesucht und gestaltet haben: Briefe, Email, Videos usw. Dies gilt auch für die Kommunikation mit den Eltern. Sehr unterschiedlich ist der Umfang der Notbetreuung, auch wenn diese jetzt seit dem 4.5. in allen Kitas deutlich zunimmt. Auch macht es viel aus, wenn die Leitung zur Risikovermeidung nur im Home Office arbeiten darf.

Wir sind mal wieder in Moers…

Von den städtischen Kitas in Moers erreichen mich regelmäßig Beispiele aus der täglichen Praxis, vor allem wie der Kontakt mit den Kindern zuhause gehalten werden kann. Es wird Bezug genommen zum Ramadan, die Kinder bekommen Angebote, aktiv zu werden usw. Vor einer Leiterin einer städtischen Kita in Moers – mit vielen Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund – erreichten mich folgende Zeilen:

Keine Überraschung Ausweitung der Notbetreuung! Vier-Stufen-Plan

Große Unterschiede in den Ländern…
Gestern haben sie getagt: die Ministerpräsident*innen der Länder und die Bundeskanzlerin. Ja, sie haben weitere Lockerungen beschlossen. Einige Länder waren ja schon in den Tagen vorher mit Vorschlägen und Maßnahmen in die Öffentlichkeit gegangen. Es wird, ganz besonders wenn man auf die Kitas und die Schulen guckt, sehr deutlich, dass die Gestaltung der nächsten Schritte aufgrund der teilweise sehr unterschiedlichen Rahmenbedingen (z.B. der Infektionsraten) in den Bundesländern nicht einheitlich sein wird. Dagegen spricht auch nichts, solange die Schutzmaßnahmen weiter konsequent umgesetzt werden und die unterschiedlichen Vorgehensweisen und die damit verbundenen Erfahrungen wechselseitige Lernprozesse anstoßen.